| EINHEITSTAG: CDU feiert an der Glienicker Brücke |
|
|
|
|
Märkische Allgemeine Zeitung vom 05.10.2009 Traditionell hatten Potsdams CDU und Junge Union zum Tag der Deutschen Einheit an die Glienicker Brücke eingeladen, um zu feiern. Etwa 150 Mitglieder und Sympathisanten, einige mit Deutschland-Fahnen, versammelten sich an der Siegesgöttin „Nike“. Unter ihnen waren die Landtagsabgeordneten Steeven Bretz und Sven Petke sowie Stadtfraktionschef Michael Schröder. Die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 sei „keine Selbstverständlichkeit“, sondern ein politischer Gestaltungsprozess gewesen, erinnerte die CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche an die einstige Skepsis in europäischen Nachbarländern. Längst sei in der „Weltgemeinschaft“ das Vertrauen ins vereinte Deutschland gewachsen. POTSDAM / INNENSTADT / BERLINER VORSTADT - Sonst dürfen nur Jugendliche jenen Zeitzeugen lauschen, die im Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) einsaßen. Am Sonnabend stand die Schülerprojektwerkstatt in der Gedenkstätte „Lindenstraße 54“ jedoch allen Interessierten offen. Gedenkstättenlehrerin Catrin Eich hatte den ehemaligen Häftling Andreas Mehlstäubl eingeladen, damit er seine Geschichte erzählt.Nüchtern berichtete der 44-Jährige davon, wie ihm in der DDR sein Lebenstraum verwehrt wurde. Zur See wollte der gebürtige Potsdamer fahren. Die theoretischen Prüfungen hatte er bestanden, besaß auch schon ein Seefahrtsbuch (einem Reisepass gleich), das man ihm ohne Begründung kurz vor der ersten großen Fahrt wieder nahm. „Wütend und frustriert“ stellte Mehlstäubl einen Ausreiseantrag. Deshalb musste er aus dem Sportverein austreten; als Schlosser auf Montage durfte er nicht mehr arbeiten. Schließlich versuchte der junge Mann über die tschechisch-bayerische Grenze zu fliehen – und wurde geschnappt. Einen Teil seiner Untersuchungshaft saß Mehlstäubl im Potsdamer Stasi-Knast in der Lindenstraße 54 ab. Schlecht seien die Haftbedingungen gewesen – das Essen mies, die Isolation gründlich. „Es wurde ein riesiger Apparat in Gang gesetzt, dabei wollte ich doch eigentlich nur umziehen“, sagte Mehlstäubl. Zum Apparat gehörte sogar sein eigener Vater, der als Inoffizieller Mitarbeiter auf ihn angesetzt war und den Behörden einen „Zuführungsgrund“ liefern sollte. Im Frühjahr 1988 durfte Mehlstäubl die DDR verlassen. Mit seinem Vater hat er nie wieder gesprochen. Mehr als 330 Interessierte kamen am Sonnabend zum Tag der offenen Tür ins ehemalige Stasi-Gefängnis, sagte die Gedenkstätten-Beauftragte Gabriele Schnell. Traditionell hatten Potsdams CDU und Junge Union zum Tag der Deutschen Einheit an die Glienicker Brücke eingeladen, um zu feiern. Etwa 150 Mitglieder und Sympathisanten, einige mit Deutschland-Fahnen, versammelten sich an der Siegesgöttin „Nike“. Unter ihnen waren die Landtagsabgeordneten Steeven Bretz und Sven Petke sowie Stadtfraktionschef Michael Schröder. Die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 sei „keine Selbstverständlichkeit“, sondern ein politischer Gestaltungsprozess gewesen, erinnerte die CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche an die einstige Skepsis in europäischen Nachbarländern. Längst sei in der „Weltgemeinschaft“ das Vertrauen ins vereinte Deutschland gewachsen. (Von Ricarda Nowak) |