| Gedenken an den 20. Juli 1944 (MAZ 20.07.11) |
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POTSDAM / INNENSTADT - Dass ihr Familienname aus dem Norddeutschen stammt und auf das alte Handwerk des Deichbefestigers zurückgeht, kann Gesa-Mariette Schweckendieck später mit fröhlichem Lachen erzählen. Zuerst muss sie ihren Tränen freien Lauf lassen, so überwältigt, gerührt und dankbar ist sie gestern Vormittag. Vor dem Ärztehaus in der Kurfürstenstraße 19 erinnert die CDU Potsdam an ihren Großvater Siegfried Wagner, einen der Mitverschwörer des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944. Zwei Tage später hatte sich der Abteilungschef im Oberkommando der Wehrmacht, der im Personaltableau des neuen Reichskanzlers Carl Goerdeler als Verbindungsoffizier zum Wehrkreis XI Hannover vorgesehen war, aus der Wohnung im dritten Stock des imposanten Eckhauses gestürzt, um seiner Verhaftung zu entgehen. Doch der Oberst überlebte, kam mit Becken- und Rippenbrüchen ins Krankenhaus. Vier Tage später starb er nach ununterbrochenen Verhören im Konzentrationslager Sachsenhausen.
Weil Siegfried Wagner „beinahe vergessen ist“, habe man das traditionelle Gedenken an den Widerstand in diesem Jahr ihm gewidmet, sagte CDU-Kreischefin Katherina Reiche, die davor warnte, Demokratie als „behagliche Selbstverständlichkeit“ zu sehen. Allgemeine „gesellschaftliche Mattigkeit“, die zu Resignation und Politikverdrossenheit führt, diagnostiziert Axel Smend, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944, Sohn eines wegen seiner Beteiligung am Attentat hingerichteten Offiziers. Dagegen helfe nur Engagement, die Schärfung des eigenen Gewissens und Zivilcourage. Davon künden nun Blumengebinde im Vorgarten der Kurfürstenstraße 19. Eine Plakette, durch die andere Häuser als Orte des Widerstandes markiert sind, sollen die Hauseigentümer ablehnen, weil sie Vandalismusgefahr fürchten, heißt es. Reiche hofft, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. (Von Carola Hein) Den vollständigen Artikel finden Sie hier: Märkische Allgemeine |