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19.05.2012 18:32

 

Wut über Havel-Ausbau PDF Drucken E-Mail

Bild vom 06.08.2008

Mega-Zoff um die geplante „Wasserautobahn“ durch die Havelstadt. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bald Riesenschiffe zwischen Schlössern und Gärten dieseln.

Von CDU bis Linkspartei – Potsdam hat den Kanal voll.

Bedroht: die Sacrower Heilandskirche
Der Grund: Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion hat den Ausbau des Sacrow-Paretzer-Kanals für Großmotorschiffe genehmigt. Für die breitere Fahrrinne sollen 800 Bäume gefällt und eine Brücke verlegt werden, Ufer verschwinden. „Das Kanalwasser fehlt dann in den Potsdamer Havelseen“, klagt Stadtplanungschef Andreas Goetzmann (53), „außerdem werden wertvolle Lebensräume von Pflanzen und Tieren an den Ufern zerstört.“

Der Ausbau des 13 Kilometer langen Teilstücks soll 65 Mio. Euro kosten. CDU-Kreischefin Katherina Reiche (35) fürchtet „einen folgenreichen Eingriff in die Potsdamer Kulturlandschaft“.

Die Schlösserstiftung bangt um historische Bauten. Sprecher Ulrich Henze: „Die Wellen der Großschiffe können Holzpfähle beschädigen, auf denen die Sacrower Heilandskirche steht.“

Grüne und Linkspartei argumentieren mit dem sinkenden Güterverkehrsbedarf. Anita Tack (57, Linke): „Die Steuer-Millionen sollten zur Sanierung bestehender Wasserstraßen genutzt werden.“

Nur SPD-Verkehrsminister Reinhold Dellmann (49) ist für den Kanalausbau. Potsdams Stadtplaner Goetzmann: „Wir werden prüfen, ob wir gegen das Vorhaben klagen!“

Von M. SAUERBIER

 


 
 

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