| Geplante Tochtergesellschaft der Pro Potsdam darf nicht expandieren |
|
|
|
|
WIRTSCHAFT: Auflagen für Handwerker-GmbH 2009-01-23 Märkische Allgemeine Zeitung Die kommunale Bauholding Pro Potsdam darf ihren firmeneigenen Handwerker-Regiebetrieb als eigenständige GmbH ausgründen. Allerdings schränkte der Hauptausschuss wegen Kritiken der Handwerkskammer den möglichen Umfang der Geschäftstätigkeit des künftigen Tochterunternehmens stark ein. Nach seiner Beschlussempfehlung vom Mittwochabend soll die Gesellschaft lediglich die bereits bestehenden Aufgabenfelder des Regiebetriebes mit seinen elf Mitarbeitern „optimieren“ dürfen. „Eine Erweiterung beziehungsweise ein Ausbau des Leistungsspektrums soll nicht vorgenommen werden“, heißt es in der Vorlage. Außerdem darf die GmbH nur Dienstleistungen erbringen, die „genehmigungsfrei“, also nicht ausschreibungspflichtig sind. Auch die Übernahme von Leistungen anderer städtischer Unternehmen als der Pro Potsdam ist ausgeschlossen. Zur Kontrolle dieser Festlegungen soll auf SPD-Anregung ein Stadtverordnetenbeirat gegründet werden.Die Ausgründung liegt auf Eis, seit Wolfgang König, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, in einem MAZ-Beitrag vom 19. November erklärt hatte, das örtliche Handwerk befürchte Wettbewerbsverzerrung und Auftragseinbußen, wenn die neue Tochtergesellschaft Leistungen für die Kommune ohne Ausschreibung ausführt. In einem Brief an Bürgermeister Burkhard Exner vom 20. Januar macht König darauf aufmerksam, dass bisher 90 Prozent der städtischen Aufträge durch die Handwerkerschaft abgearbeitet werden. Er äußert die Sorge, dass den kleinen Handwerksbetrieben gute Mitarbeiter abgeworben werden. Der CDU-Kreisverband schließt sich der Kammer-Kritik an. Ein neuer „Superhandwerksbetrieb“ könne „nachteilige Konsequenzen für das einheimische Handwerk“ mit sich bringen, erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende Steeven Bretz gestern. Man fürchte „Verdrängungseffekte für das ursprüngliche Handwerk“, wenn die Pro Potsdam Verträge mit anderen städtischen Unternehmen schließen dürfe. Exner sagte, den befürchteten Entwicklungen sei mit der Beschlussformel ein Riegel vorgeschoben. Er verneinte die Linken-Anfrage, ob die Absicht bestehe, Mitarbeiter des Luftschiffhafens in die neue Gesellschaft zu übernehmen. (Von Volkmar Klein) |