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cdu
19.05.2012 19:24

 

Neues Toleranzedikt? PDF Drucken E-Mail

Stadt vergisst den 100. Geburtstag ihres wohl berühmtesten Abiturienten Moltke

Der Vize-Fraktionschef der Landtagsfraktion hat sich heute mit einer nicht unwichtigen Anmerkung zu dem interessanten Projekt der Neufassung des Toleranz-Edikt von 1685 geäußert.

Denn wenn dieses, so Niekisch, neu formuliert und mit partei- und zeitgeistübergreifender Substanz gefüllt werden soll, braucht es auch den Bezug zu wichtigen Persönlichkeiten der Stadtgeschichte:
Am 7. März 2007 wäre der 1945 in Berlin-Plötzensee erhängte Widerstandskämpfer Helmut James Graf von Moltke 100 Jahre alt geworden. Mitte der zwanziger Jahre hat er in Potsdam gelebt und 1925 am heutigen Einsteingymnasium sein Abitur bestanden.

Niekisch wörtlich: "Der politische Fehlgriff der Gratulation zum 100. von Richter Wohlgetan wurde ja zurückgenommen und bedauert. Infolgedessen wäre es aber ein guter Akt gewesen, den 100. Geburtstag des ehemaligen Schülers Moltke zu gedenken. Er war einer der prägenden Köpfe des Widerstandes gegen Hitler, Begründer des Kreisauer Kreises, also Kopf der Gruppe, die aus humaner, christlicher und politischer Überzeugung gerade vor konservativem Hintergrund die sachliche Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und linken Demokraten praktiziert haben."

Aus den Konferenzen und Aufzeichnungen des Kreisauer Kreises ließen sich viel Stoff und Anregungen für ein neues Toleranzedikt finden.
Deshalb, so Niekisch, sei auch hier vor und nach dem Bewerbungsauftritt zur Wissenschaftsstadt eine Chance vertan worden. Denn die "falsche Gratulation" zu entschuldigen sei die eine, die richtige Würdigung dagegen nicht zu übergeben die andere Sache.

Für die Zukunft wäre es aber interessant, Moltke und den Kreisauer Kreis für das Projekt Toleranzedikt nicht aus den Augen zu verlieren.

 


 
 

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