| WAHLKAMPF: Duell der Verfolger (21.08.10) |
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Scharfenberg und Richstein im Club 91 POTSDAM / POTSDAM-WEST - Mehr von allem: Als die beiden Oberbürgermeisterkandidaten Barbara Richstein (CDU) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Die Linke) am Donnerstagabend zum Wahlgespräch im Club 91 weilten, gab es mehr Zuschauer, mehr Aufregung, mehr Wahlkampf als in der Vorwoche, als Jann Jakobs (SPD) zu Gast war. Doch der Amtsinhaber hatte trotz Abwesenheit für ein die Diskussion beherrschendes Thema gesorgt: das Hotel Mercure. Der Oberbürgermeister hatte in der Vorwoche verkündet, die Verwaltung kenne nach einem beauftragten Gutachten nun den Preis für das Areal des markanten Hochhauses. Langfristig wolle die Stadt das Hotel kaufen, um es abreißen zu lassen, hatte Jakobs erklärt.
Scharfenberg machte, obwohl ihm nicht nur Freunde gegenüber saßen, keinen Hehl daraus, dass er den Bau aus DDR-Zeiten gern noch ein paar Jahre länger stehen sehen würde. „Ich halte eine solche Provokation an dieser Stelle für durchaus vertretbar“, sagte der Fraktionschef der Linken und bezog sich dabei auf die Stil-Unterschiede zum entstehenden Landtagsneubau. Für Richstein ist das Mercure hingegen „total fehl am Platz“. Sie bekannte sich zur Rückgewinnung des historischen Stadtkerns und dem Landtagsschloss, selbst wenn dieser Bau nun eigentlich viel zu groß sei: „Geplant war ursprünglich einmal ein gemeinsamer Landtag für die Länder Berlin und Brandenburg, aber in meinen Augen hat sich die Landesregierung von der Idee einer Fusion verabschiedet.“ Durch Bemerkungen der Zuhörer gedrängt, gestand auch Scharfenberg ein, die zielgerichtete Zerstörung historischer Innenstädte in der DDR wäre ein Fehler gewesen. „Es kann doch aber keiner behaupten, dass es zum Vorteil der Stadt wäre, ein funktionierendes Hotel mit Gästen, die Geld bringen, abzureißen“, beharrte er auf seinem Standpunkt, „noch dazu mit unser aller Geld.“ (Siehe auch S. 16.) Beide Kandidaten begrüßten die angekündigte Lockerung des Einzelhandelskonzeptes. Während Richstein dafür plädierte, durch bessere Parkmöglichkeiten und flexiblere Öffnungszeiten die Innenstadt für Einkaufende noch attraktiver zu machen, hält Scharfenberg das für wenig realistisch: Er sähe lieber eine Erweiterung der Verkaufsflächen des Stern-Centers. (Von Sebastian Scholze - MÄRKISCHE ALLGEMEINE)
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