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19.05.2012 19:44

 

Bund fördert Potsdamer Welterbe (MAZ 05.01.11) PDF Drucken E-Mail

POTSDAM / SANSSOUCI - Insgesamt knapp 2,4 Millionen Euro hat die Stadt aus der zweiten Fördertranche des Bundes für nationale Unesco-Welterbestätten erhalten und legt für die neun Vorhaben zehn Prozent, rund 250 000 Euro, drauf, so Simone Dornbusch von der Unteren Denkmalbehörde.

Der Löwenanteil der Bundes-Zuwendung von 1,52 Millionen Euro kommt drei Projekten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) zugute. Damit können zum Einen zwei Brücken saniert werden: die Betonschale der 1905/06 an der Westseite des Orangerieschlosses errichteten Kronprinzenbrücke über den gleichnamigen Weg bis 2013 und die in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigte Schinkelbrücke zum Fontänenrondell bis 2014. Zum anderen der Monopteros auf dem Ruinenberg. „Dazu gibt es noch eine Privatspende von 200 000 Euro“, so SPSG-Baudirektor Alfons Schmidt, der bedauerte, dass der Bund das ideale Bau-Wetter nicht mitliefern kann. Die Fördergelder müssen fristgerecht abgerufen und abgerechnet sein. „Vergangenes Jahr hatten wir witterungsbedingt nur siebeneinhalb Monate reine Bauzeit“, sagt Schmidt. Wegen des harten Winters konnte man erst im April beginnen, im Sommer waren Betonieren, Putzen und Streichen wegen der Hitze nicht zu jeder Zeit möglich. So geraten Projekte in Verzug, etwa die Instandsetzung der Kolonnade am Neuen Palais. Das riesige Natursteinbauwerk sei den zweiten Winter eingefroren. „An gefrorenem Sandstein können wir nicht arbeiten“, erklärte Schmidt, daher sei der eigentlich geplante Fertigstellungstermin 2012 wohl nicht zu halten.

Rainer Bomba vom Bundesbauministerium, der Oberbürgermeister Jann Jakobs den Scheck überreichte, dankte seiner Staatssekretärskollegin Katherina Reiche für ihre Hartnäckigkeit. Sie habe in Berlin um Unterstützung für Potsdams historische Bauten geworben. Die CDU-Kreischefin hatte sich im Parlamentskreis Unesco-Weltkulturerbe dafür stark gemacht.

Auf der Großbaustelle der eingerüsteten Villa Tieck mit der herrschaftlichen Loggia in der Schopenhauerstraße 24 herrscht keine Winterruhe. Arbeiter schaffen am im Garten gelegenen Friedenssaal. „Im Sommer wollen wir fertig sein“, sagt der zuständige Architekt Jens Birnbaum. Dann sollen die Fassaden wieder so schön sein wie um 1850, als hier der von Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufene romantische Dichter Ludwig Tieck (1773-1853) logierte. Seit 1874 werden in der Villa Kinder betreut. Das ist gerade ziemlich schwierig, aber „die Handwerker bemühen sich, auf uns zu achten“, sagt Ina Müller, Leiterin der Kita Friedenshaus der Diakonie.

Bei der Sanierung der Villa werden verlorene Bauteile ersetzt. Dabei helfen laut Birnbaum Bauzeichnungen von Ludwig Persius, die er in der Plankammer der SPSG aufstöberte. So entsteht der Aedicula genannte Baldachin für Clio, die Schutzpatronin der Historiker, über dem straßenseitigen Haupteingang neu. Die Zinkgussplastik selbst, geschaffen vom Bruder des Dichters Christian Tieck, ist erhalten. Bereits restauriert wartet sie im SPSG-Skulpturendepot darauf, wieder ihren Platz einzunehmen. Gestern nun konnte sich Horst-Dieter Weyrauch, Geschäftsführer der evangelischen Friedenskirchengemeinde, die den Friedenssaal als Gemeinde- und Chorprobenraum nutzt, über 135 000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen freuen. (Von Carola Hein - MÄRKISCHE ALLGEMEINE)

 

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