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cdu
08.02.2012 08:07

 

WAS BLEIBT: Papierkram (MAZ 19.08.10) PDF Drucken E-Mail
Einmal lag der FDP-Mann schon vorn: Im Rennen um den Chefsessel im Rathaus führte Marcel Yon im gelben (Plakat)Trikot die Werberkolonnen der Kandidaten an. Der Unternehmer hing als Erster an den Laternen und ging auch als Erster – zu Boden. Jedenfalls in der Berliner Vorstadt, wo Radler über sein regenfeuchtes Konterfei rollten. Aber das will nichts besagen, am 19. September wird endgültig abgestimmt.
Yon gibt beim Buhlen um die Wählergunst den smarten Strahlemann Typ Schwiegersohn, leger ohne Krawatte – ein Plakatklassiker. Ohne Mätzchen kommt auch Marie Luise von Halem aus. Die Kandidatin der Grünen vertraut schlicht und ergreifend auf die Farbe der Hoffnung und das Symbol ihrer Partei: die Sonnenblume. Die Germanistin scheint das OB-Rennen sportlich zu nehmen und outete sich via TV als sympathische Realistin, die sich kaum Siegchancen ausrechnet.
Das Tempo gibt klar CDU-Kandidatin Barbara Richstein vor, die mit ihrem P-OB 2010 unermüdlich von einem Wahlkampftermin zum nächsten düst. Als Marathonläuferin könnte die Juristin beim Endspurt den längsten Atem haben. Mit ihrem umstrittenen Blitzerfoto-Plakat hat sie sich vermutlich sogar mehr Freunde als Feinde gemacht. Zumindest unter Wählerinnen konnte sie damit punkten: als selbstironisch und uneitel. Denn attraktiv und weiblich schaut die 44-Jährige auf diesem Laternenposter nicht gerade aus.
Gebrodelt hat es auch in der Ideenküche des Wahlkampfteams vom SPD-Amtsinhaber. Und was wird uns aufgetischt? Jann Jakobs in Schlips und Kragen milde lächelnd. Mit diesem Ich-bin-schon-da-Blick, vielleicht eine Spur zu siegessicher. Und dann ganz in Familie. Super Einfall im städtischen Themenjahr, das im Zeichen von Mutter, Vater, Kind steht. Mit der eigenen Sippe wär’s auch zu einfach gewesen. So sinnt der Betrachter vor allem über die Dame mit dem Hut nach, die JJs Gattin Christine nicht unähnlich sieht. Was will uns diese Szenerie sagen? Der nächste Sommer kommt bestimmt, bis dahin sind noch unendliche weiße Weiten zu überwinden... Damit auf dem Weg ins Nirwana keiner verdurstet, hat sich Linke-Herausforderer Hans-Jürgen Scharfenberg schon mal am Zapfhahn postiert. Er verspricht ein Potsdam für alle und wo könnte das besser beredet werden als mit einer kühlen Blonden an der Bar.
Richtig viel Gehirnschmalz haben Die Anderen investiert. Ihr Kandidat Benjamin Bauer bevölkert als lustige Comicfigur a la Harry Potter kunterbunte Motive: „Bauer for the people“ vor einstürzenden Neubauten und rosa Rathaus, für Enteignung der Uferwege und Freiräume statt Schlossträume. Na wenn das keine Stimmen bringt... (Von Carola Hein - MÄRKISCHE ALLGEMEINE)
 


 
 

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